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Gezielt auf das Leben in Deutschland vorbereiten

Gezielt auf das Leben in Deutschland vorbereiten

Veröffentlicht am 14. Juni 2017


Als Teilnehmer im AWO-Kurs „Bildung, Anleitung und Stärkung interkultureller Sozialkompetenzen“ (BASiS) haben 20 Flüchtlinge aus dem Art-Hotel bereits kurz nach ihrer Ankunft gelernt und erfahren, wie Demokratie funktioniert

„Im Iran waren Farbige und Homosexuelle Abschaum. Jetzt ist mir klar, dass alle Menschen gleich viel wert sind und die gleichen Rechte haben,“ sagt Tari. Zwei Sätze, zwischen denen Welten liegen. Verantwortlich für den (raschen) Sinneswandel des 50-Jährigen ist der Kurs „BASiS“.

Konzipiert vom Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Niederrhein e.V. und als Pilotprojekt in Wuppertal an den Start gegangen, verfolgt das Projekt die Intention, Flüchtlinge umgehend und in ihrer Muttersprache gezielt auf das Leben in Deutschland vorzubereiten.
„Sie haben ihre Heimat, oft unter dramatischen Umständen, verlassen, aber durchaus noch ihr Wertesystem und die angestammte Lebenseinstellung im Kopf. Und stehen somit vor der Herausforderung, sich den neuen Verhältnissen direkt anpassen zu müssen. Um diesen Schritt zu erleichtern, durchlaufen unsere Teilnehmer innerhalb von einem halben Jahr sechs Module, in denen sie auf ihre Zukunft hier vorbereitet werden“ berichtet Michaela Rosenbaum, verantwortliche Abteilungsleiterin vom AWO-Bezirksverband.

Demokratie, Menschenwürde und -rechte, Gleichheit vor dem Gesetz, Glaubens- und Meinungsfreiheit Familie, Kinder und Erziehung sowie Partnerschaft, Sexualität und Erziehung werden als Schwerpunktthemen unterschiedlich vermittelt.

„Wir informieren über die jeweiligen Inhalte, üben in Rollenspielen die Praxis, reflektieren darüber, was nun im Denken und Verhalten anders sein sollte“ so Projektleiterin Majd Al Mikati jetzt bei der Abschlussveranstaltung in den Räumen des AWO-Kreisverbandes Wuppertal. Bei der eines deutlich wurde. Die Freude der Teilnehmer, die in dem Falle alle aus dem Iran kommen, darüber, so früh an die Hand genommen worden zu sein. „In dem Moment, wo ich angekommen bin, war ich unsicher, hatte Angst vor all dem, was neu und anders ist. Jetzt, wo ich ansatzweise verstehe, wie sich das Leben hier gestaltet, habe ich mehr Mut und die Überzeugung bekommen, das ich meinen Weg ohne große Komplikationen finden werde“ ist sich die 14-jährige Aida sicher.

Samane (39), die gemeinsam mit ihrem Sohn Kiavash (18) am Projekt teilgenommen hat, sagt: „Ich habe in den drei Monaten viel gelernt, musste, was nicht immer einfach war, in manchen Punkten umdenken, bin dankbar, vorbereitet zu sein auf das was kommen kann und wird.“ Und Tagi (50) ergänzt: „Ich glaube, das Wesentliche für uns alle ist zu begreifen, dass nur im gegenseitigen Respekt ein gemeinsames Miteinander möglich ist.“

Laut Frank Gottsmann, Geschäftsführer des AWOKreisverbandes Wuppertal, der gemeinsam mit Majd Al Mikati und Michaela Rosenbaum zum Ende der Veranstaltung allen Teilnehmer für das erfolgreiche Absolvieren des Kurses ein Zertifikat überreichte, wird das Projekt aufgrund des Erfolges fortgeführt werden.

Für weitere Fragen zu Zielen und Inhalten von BASiS steht Majd Al Mikati unter Telefon 0201 3105202 zur Verfügung.