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„In seinen Adern fließt AWO-Blut“

„In seinen Adern fließt AWO-Blut“

Veröffentlicht am 14. Juni 2017


Über 37 Jahre hat Bernd Erning als Sozialarbeiter den Kurs der AWOErziehungshilfe mitgeprägt, jetzt steuert er einen ruhigeren Hafen an

„Liebevoll chaotisch, verlässlich, stets hilfsbereit, nie böse, für alle ein offenes Ohr, immer voller Dynamik und Elan im Job und zur Stelle, wenn öffentliche Aktivitäten gemeistert werden mussten“ – sagt Manuela Guerrero.

„Er wird fehlen,“ so Kornelia Nölke. Und sprach damit aus, was alle Arbeitskollegen bei der offiziellen Verabschiedung von Bernd Erning dachten. Nach über 37 Jahren als Sozialarbeiter aktiv beim AWO-Kreisverband Wuppertal, geht mit ihm ein Mitarbeiter in den Ruhestand, der durch sein Wirken den Bereich der Jugendhilfe nachhaltig geprägt hat.

Vor allem durch den konstruktiven wie bodenständigen Umgang mit „seinen“ jungen Klienten. Dass er ein „Händchen“ dafür hatte, daran ist auch seine Biographie nicht ganz unschuldig.
Im März 1953 im Kreis Herford geboren, beginnt er mit 14 Jahren eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Wobei ihm die Berufsschule soviel Spaß macht, dass er für sich entscheidet: „Nach der Gesellenprüfung machste Fachabitur.“ Gesagt, getan. Schon früh politisch interessiert und sozialdemokratisch orientiert, liegt der nächste Schritt nah: Er studiert an der Fachhochschule Bielefeld Sozialarbeit, beginnt nach dem dem Abschluss in einer Jugendeinrichtung zu arbeiten.

In dieser Lebensphase lernt er seine spätere Ehefrau Brigitte kennen. Da sie zu der Zeit im Lehrerseminar in Wuppertal ist, überlegt Erning, auch in die Schwebebahnstadt zu ziehen. Als er in einer großen Tageszeitung ein entsprechendes Stellenangebot der AWO entdeckt, bewirbt er sich und wird zum 1. Oktober 1979 eingestellt. Mit der Folge, dass er ins „Gefängnis“ muss: Sein erstes Büro liegt in einer Zelle in einem ehemaligen Gestapo-Gebäude an der Bachstraße. „Da war noch ein Guckloch in der Tür“ erinnert er sich heute schmunzelnd daran.

Seine Arbeit mit problematischen Jugendlichen gestaltet sich vielfältig: Beraten, betreuen, Gutachten für die Jugendgerichtshilfe schreiben, der abwechslungsreiche Job liegt ihm. Junge Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, ihnen helfend zur Seite stehen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben, dieses Ziel verliert er nie aus den Augen. Und wenn Neuordnungen oder Reformen den Kurs der Jugendhilfe ändern, dann weiß er das immer auch zum Vorteil seiner Klienten zu nutzen.

„Jeder hat eine zweite Chance verdient“, sagt Erning. Und berichtet davon, dass die meisten seiner „Fälle“ die Kurve gekriegt haben. Dass er daran maßgeblich beteiligt war, mag er nicht thematisieren. Und offenbart so eine Bescheidenheit, die ihn, vor allem auch im Kreis seines Teams von der Familienhilfe, auszeichnet:

Nicht wir sind wichtig, sondern das was wir tun – es war stets seine Maxime.