+49 (0)202 24577 - 0 info@awo-wuppertal.de

Menu
AWO Horizont Ausgabe 03/2026

AWO Horizont Ausgabe 03/2026

Veröffentlicht am 27. Juli 2026


AWO Horizont 03/2026 als PDF herunterladen

Liebe Freundinnen und Freunde,

nach 18 Jahren engagierter Arbeit verlässt unser Geschäftsführer Frank Gottsmann die AWO und startet in einen neuen Lebensabschnitt. Unser Verband und die Menschen in Wuppertal haben ihm viel zu verdanken. Daher sagen wir ihm in dieser Ausgabe der Horizont ein ganz herzliches Dankeschön und wünschen ihm alles Gute. Er bezeichnet sich als ein „Kind der Wohlfahrtspflege“, der er sein ganzes Berufsleben verpflichtet war. Daher bin ich mir sicher, dass er sich auch weiterhin für die Menschen engagieren wird. Und das ist auch gut so.

Im Interview blickt Frank Gottsmann auf sein Arbeitsleben und die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte zurück. Nach meinem Eindruck hat sich in dieser Zeit ein fundamentaler Wandel vollzogen. Seit den 1980er Jahren wehte und weht dem (Sozial-)Staat ein eisiger Wind entgegen. Er gilt als schwerfällig, teuer und ineffizient. Der Markt soll es regeln. Was sich rechnet, soll noch effizienter werden. Was nicht, soll verschwinden.

Die Bereitschaft, alle Bereiche des Lebens der Marktlogik zu unterwerfen, ist mittlerweile so tief verankert, dass sie uns alternativlos erscheint. Dabei ist diese Vorstellung neu. Über Jahrhunderte entzogen sich weite Teile des Lebens der KostenNutzen-Rechnung. Familie, Nachbarschaften und Vereine gaben Halt und Hilfe. Solidarität wurde gelebt und musste sich nicht „rechnen“. Es bestand ein Konsens, dass es Dinge gibt, die sich niemals „rentieren“ und trotzdem wichtig sind für eine funktionierende Gesellschaft. Wenn jeder an sich denkt, ist eben noch lange nicht an alle gedacht.

Die Arbeiterwohlfahrt ist dieser Grundüberzeugung verpflichtet. Wir wissen, dass die ökonomische Logik nicht der alles entscheidende Wertmaßstab einer Gesellschaft sein darf. Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Solidarität müssen erstritten und verteidigt werden. Die Angebote der Daseinsfürsorge und Daseinsvorsorge sind unverzichtbar. Denn nur der Reiche kann sich einen armen Staat leisten.

Es braucht Menschen, die sich in ihrem beruflichen Alltag für andere Menschen einsetzen. In der frühkindlichen Bildung, dem Offenen Ganztag, der Schulsozialarbeit, der Quartiersentwicklung, der
Schuldnerberatung, der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Migrationsberatung, der Sexualerziehung und der Seniorenarbeit. Das machen rund 180 Menschen bei der AWO Wuppertal. Einer davon war Frank Gottsmann. Im Namen der Wuppertalerinnen und Wuppertaler sagen wir diesen Menschen: Dankeschön.

Ich wünsche Ihnen Allen eine schöne Sommerzeit
Stefan Kühn
Vorsitzender des AWO Kreisverbands Wuppertal

AWO Horizont 03/2026 als PDF herunterladen